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Wo bekomme ich Hilfe bei Problemen im Internet?

Zusammengestellt von Philipp Schaumann, aktualisiert Januar 2012

Illegale Inhalte im Internet

Auch im Internet findet sich wie "im richtigen Leben" reichlich Illegales. Hier im ersten Abschnitt behandele ich die Fragestellung was ich tun kann, wenn ich nicht persönlich betroffen bin. Da geht es zum Beispiel darum, dass ich bei einer Suche auf eine Website stoße, auf der sich Kinderpornographie befindet oder auf der Volksverhetzung, Lügen über das Dritte Reich oder das was in Österreich als Wiederbetätigung bezeichnet wird, zu finden ist. D.h. es geht um alles, von dem Sie annehmen, das wäre verboten.

Wer Kinderpornographie und andere illegale Inhalte melden möchte, der wendet sich

Österreich
Deutschland
Schweiz
in Österreich an http://www.stopline.at/

Oder bei den diversen Meldestellen der Kriminalpolizei.

Oder ab 2012 auch die spezielle Meldestelle gegen Cyberkriminalität vom Innenministerium unter der E-Mail
against-cybercrime@bmi.gv.at

in Deutschland an http://www.internet-beschwerdestelle.de

 

Oder bei Jugendschutzthemen:
http://www.jugendschutz.net/hotline/index.html
in der Schweiz an http://www.cybercrime.ch/.

Sie kümmern sich um harte Pornografie (sexuelle Handlungen mit Kindern, Tieren, menschlichen Ausscheidungen, Gewalttätigkeiten), andere Gewaltdarstellungen ("Brutalos"), Extremismus, Rassismus, unbefugtes Eindringen in Computersysteme, Kreditkartenmissbrauch, Urheberrechtsverletzungen, illegalen Waffenhandel



Zu Jugendschutz.net aus einem Text von Buerger-CERT:
Immer mehr Verstöße gegen den Jugendschutz im Web 2.0
Im Jahr 2010 kontrollierte die Plattform jugendschutz.net insgesamt 39.000 Internetangebote, wobei rund 6.000 unzulässige Beitraege in Web 2.0-Anwendungen festgestellt wurden. Dies geht aus dem Jahresbericht 2010 der Organisation hervor. Bei den jugendgefährdenden Inhalten handelte es sich etwa um Videos, die zu gefährlichen Würgespielen animieren, bösartige Geruechte in Communities oder rassistische Kommentare. In vier von fünf Faellen in Deutschland konnten Verstöße durch Kontakte zu Providern schnell beseitigt werden. Im Ausland konnte bei 80 Prozent der absolut unzulässigen Fälle (etwa Kinderpornografie, Nazi-Propaganda und Exekutionsvideos) eine Löschung der Beiträge erreicht werden. Bei jugendgefährdenden Inhalten lag die Quote bei etwa 33 Prozent. Im Jahr 2010 gingen bei jugendschutz.net mehr als 10.000 Hinweise aus der Bevölkerung ein. Nutzer, die unzulässige Inhalte im Internet finden, koennen diese unter der E-Mail-Adresse hotline@jugendschutz.net melden.

Hier ein Artikel von mir zur Kinderpornographie-Problematik.

 

Betrug im Internet

In diesem Abschnitt geht es um die Problematik, dass jemand durch Betrug im Internet geschädigt wurde. Dafür gibt es reichlich Beispiele, Internet-Betrug ist einer der am stärksten wachsenden Kriminalitätsbereich. Hier beschreibe ich Phishing, hier viele verschiedene Formen von Betrug und hier die Problematik Erpressungen im Internet - Ransomware.

Falls Sie das Gefühl haben, Phishing-Opfer zu sein, d.h. während ihrer Netbanking-Sitzung traten "komische Effekte" auf oder auf ihrem Konto gibt es überraschende Abbuchungen, so wenden Sie sich bitte so schnell wie möglich an das Helpdesk ihrer Bank.

Computerbetrug.de

 

In allen anderen Betrugsfällen finden Sie Hilfe bei einer dieser Stellen:

In Deutschland gibt es diese Stelle: computerbetrug.de, die auf aktuelle Bedrohungen hinweist und auch Hinweise auf Rechtsschutz gibt.

Auf einem deutschen Blog finden sich Formulierungsvorschläge: Abzockern und Internetbetrügern einen Strich durch die Rechnung machen, mit Tipps für solche Fälle, wo jemand ein vermeintlich kostenloses Angebot genutzt hat und irgendwo im Kleingedruckten ein Abo-Vertrag versteckt war.

www.ombudsmann.at

 

Ein heißer Tipp in Ö falls Sie Probleme mit (vermeintlichen) Vertragsabschlüssen oder Einkäufen im Internet haben ist der Internet Ombudsmann. Diese Stelle kann nicht nur rechtlich beraten, sondern in vielen Fällen konkret helfen indem sie mit den Firmen verhandelt.

Noch einmal Österreich:

Finanzmarkaufsicht Österreich

 

Die Finanzmarktaufsicht (FMA) informiert auf ihrer Website über Verbraucher-, Anleger- und Gläubigerschutz, bietet eine Schlichtungsstelle und veröffentlicht Warnmeldungen. Außerdem gibt es Beschwerdeformulare für Beschwerden über Banken und andere Kreditinstitute, Versicherungen und ähnliche.

http://www.icc-austria.org/http://www.icc-deutschland.de/http://www.icc-switzerland.ch/

 

Rechtsberatung für Firmen bietet die ICCs (International Chamber of Commerce) allen ihren Mitgliedern. Es gibt dort sehr umfangreiche Expertise zu allen Fragen der Wirtschaftskriminalität und der Durchsetzbarkeit von Recht im internationalen Kontext. Die ICC tritt auch als Schiedsgerichtbarkeit auf.

 

Identitätsdiebstahl, Verleumdung

Bei der Problematik des Identitätsdiebstahls geht es darum, dass jemand unautorisiert im Internet unter ihrem Namen auftritt, z.B. auf Twitter, Facebook oder ähnlichem. Dies kann Firmen passieren und auch Privatpersonen.

Die Opfer können sich oft selbst auf relativ einfachem Weg dagegen wehren. Alle seriösen Website-Betreiber, z.B. Facebook, Twitter, Wordpress, Google, Hotmail, Gmail, etc., haben sog. Abuse- oder Compliance-Officer an die sich jeder wenden kann, der von Identitätsdiebstahl betroffen ist.

Um Missbrauch dieser Beschwerdestellen zu verhindern müssen diese natürlich irgendwie sicherstellen dass nicht auf diese Weise ein legitimer Webauftritt vom Netz genommen wird. Dies geschieht bei missbräuchlicher Verwendung eines Markennamens und eines Logos dadurch, dass das Unternehmen glaubhaft darlegt, der Eigentümer dieses Markennamens und Logos zu sein (Firmenbuchauszug, etc.).

Wenn die Identität einer Privatperson missbraucht wird, z.B. indem unter gleichem Namen und mit dem Foto der Person auf Social Networking Webseiten [hinter dem Link gibt es viel mehr über Bedrohungen bei Social Networking] aufgetreten wird, so sollte es für die Glaubhaftmachung ausreichen, aufzuzeigen, dass das Foto auf der gefälschten Seite mit dem legitimen Webauftritt der Person übereinstimmt, bzw. dieselbe Person zeigt. Ich würde auch ein PDF des Passes beilegen auf dem zu sehen ist, dass ich wirklich die Person bin, um die es geht. Was der Compliance-Officer im konkreten Fall genau benötigt wird in einem Email-Austausch vermutlich zu klären sein, notfalls auch mittels Telefonat. Auf diese Weise wird man jedoch nie die Identität des Täters erfahren können, denn auch die Compliance-Officer sind an den Datenschutz gebunden. Um dies zu erreichen wird eine Anzeige und ein Richterbeschluss notwendig sein.

In schwierigen und schweren Fällen wird es notwendig sein, sich an die Polizei und/oder einen Anwalt zu wenden. Leider kennen sich viele Anwälte mit diesen Prozeduren nicht wirklich gut aus. D.h. es ist wichtig einen Anwalt zu suchen, der Erfahrung mit Abuse im Internet hat. Ein Anwalt wird spätestens dann notwendig sein wenn der Versuch, die schädigenden Inhalte aus dem Web zu entfernen misslingt. Die Polizei wird bei unbekanntem Täter und relativ geringen finanziellen Schäden nicht viel unternehmen können, trotzdem sollte, speziell bei deutlichen Schäden eine Meldung bei der Polizei erfolgen, schon damit die Schwere der Problematik dokumentiert ist und damit mehr Resourcen in diesem Bereich investiert werden.

Eine empfehlenswerte Broschüre zu sehr vielen Fragen gibt es von der ISPA (der österreichischen Vereinigung der Internet-Service Provider): Internet sicher nutzen (PDF, 2,8 MB).

In dem Artikel zur Kinderpornographie-Problematik beschreibe ich übrigens auch, wie große Firmen gegen Betrug im Internet vorgehen können.

Und hier beschreibe ich, wie Privatpersonen ihre Identität in Social Networks schützen oder verteidigen können. In vielen Netzwerken gibt es heute auf jeder Seite einen Button "Missbrauch melden" oder "Report Abuse". Mitarbeiter von Google/Youtube in Italien sind zu Gefängnisstrafen verurteilt worden, weil sie Abuse-Meldungen zu lange ignoriert hatten.

Es gibt für den Schutz der eigenen Reputation heute auch kommerzielle Angebote, sog. Reputation Defender, zu finden über eine Google-Suche.

 

Cyber Stalking und Cyber Bullying

Ein weiteres Problem ist Cyber Stalking und Cyber Bullying. Gegen Stalking gibt es in Deutschland und Österreich rechtliche Sanktionen und Schutzmöglichkeiten. In der Wikipedia finden sich Details zu den Schutzmöglichkeiten bei Stalking. Da dies eine relativ komplexe Materie ist, kann ein Anwalt hilfreich sein (Erstgespräche sind oft kostenlos, bzw. erschwinglich).

http://saferinternet.at

Bei Cyber Bullying wird rechtlich oft nicht viel zu machen sein. Hier gibt es Tipps zum Schutz gegen Bullying. Wenn das Bullying mit defamierenden und verleumdenden Beiträgen verbunden sind, so gelten natürlich die Tipps im vorigen Kapitel.

In Österreich hilft auch saferinternet.at. Es werden viele detaillierte Tipps gegeben, für Jugendliche, für Eltern und Lehrer.

Von klicksafe.de gibt es interessante Brochüren, zum Teil gedacht als Unterrichtsmaterialien. Das klingt ganz vernünftig: 66 Seiten Spielregeln im Internet - Durchblicken im Rechte-Dschungel Themen sind „Darf man Fotos anderer Personen auf sein Social-Network-Profil hochladen?“, „Was tun bei Abmahnungen?“ oder „Was tun gegen Cyber-Mobbing?“.

 

Das Melden von unerwünschten Inhalten und Beiträgen

Fast alle Communities bieten die Möglichkeit, direkt online unerwünschte Inhalte zu melden. Dies kann man auch dann tun, wenn man persönlich nicht betroffen ist.

Hier ist z.B. die entsprechende Anleitung von youtube. Für das Melden muss man angemeldet sein, aber sie sagen, dass die Identität des Melders nicht weitergegeben wird. Angeboten werden Kategorien wie: # Datenschutz # Identitätsdiebstahl # Belästigung und Cyberbullying # Bedrohungen # Hasserfüllter Content # Spam und Phishing # Gewalttätiger oder abstoßender Content # Schädlicher, gefährlicher Content # Missbrauch von Kindern # etc.

Auf Facebook steht neben jedem Kommentar zu einem Beitrag der Button "Melden". Die Beiträge selbst, bzw. die ganze Seite kann ich über einen Link in der linken Spalte "Seite melden". Angeboten werden die Optionen: # Spam oder Betrug # Enthält Hassreden oder greift ein Individuum an # Gewalt, Verbrechen oder Selbstverletzung # Nacktheit, Pornografie oder sexuell expliziter Inhalt.

 


 

Philipp Schaumann, http://sicherheitskultur.at/


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